Ruine Kaltenburg. Foto: Simon Colin

Ruine Kaltenburg bei Giengen

Erst vorigen Monat hatten wir hier im Blog mit der hessischen Ruine Tannenberg ein Beispiel dafür, wie engagiert Ehrenamtliche dazu beitragen, Ruinen zu erhalten und zu sanieren. Gleiches gilt für die Ruine Kaltenburg bei Giengen, gelegen zwischen Heidenheim und Ulm. Hier setzt sich mit großem Engagement die Interessengemeinschaft Kaltenburg dafür ein, die Ruine auszubessern.

In der Region konnte die Gruppe für ihr Ansinnen ziemlich stark trommeln und so nimmt die Burg mehr und mehr Gestalt an. Deutlich sichtbar sind die Fortschritte an der inzwischen wieder intakten Außenmauer, die bereits vom Tal aus strahlt. Von dort aus geht es über einen Parkplatz am Fuße des Burgbergs ein kurzes, steiles Stück aufwärts. Bei unserem Besuch vor einigen Wochen waren die Bautätigkeiten deutlich zu sehen und Teile des Geländes gesperrt. Klar wurde aber auch, wie wichtig das Engagement der IG Kaltenburg ist.

Detaillierte Infos zur Burg, Videos sowie Fotos aus dem 19. Jahrhundert, die die imposanten Ausmaße von einst zeigen, finden sich auf der Seite der Interessengemeinschaft. Dort besteht auch die Möglichkeit, zu spenden oder Mitglied zu werden:

ig-kaltenburg.de/startseite

Ruine Kaltenburg. Foto: Simon Colin
Ruine Kaltenburg. Foto: Simon Colin
Ruine Kaltenburg. Foto: Simon Colin
Ruine Kaltenburg. Foto: Simon Colin
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Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin

Ruine Tannenberg an der Bergstraße – Update

Zum dritten Mal (nach Beiträgen im Juni 2015 und Juni 2016) ist die Ruine Tannenberg an der hessischen Bergstraße bereits Thema und somit wohl die Lieblingsruine des Ruinenblogs. Das liegt insbesondere daran, dass sie zwar nicht groß und spektakulär, dafür aber ein besonders stimmungsvolles Plätzchen ist. Der Blick von hier oben auf die Bergstraße ist traumhaft, zudem ist nach wie vor recht wenig los, da man schon ein bisschen marschieren muss.

Besonders erwähnenswert ist aber die Arbeit des Heimat- und Verschönerungsvereins Seeheim, der der Ruine seit vielen Jahren zunehmend Konturen gibt. Einer der größten Fortschritte konnte im vergangenen Jahr erzielt werden: der Turm der Burgruine Tannenberg ist erstmals zugänglich und kann über eine neue Metalltreppe bestiegen werden, für die eine Mauer aufgestockt wurde. Auch auf dem übrigen Gelände wächst Gemäuer um Gemäuer in die Höhe, inzwischen kann man die Ruine von Seeheim-Jugenheim aus sehen.

Über seine Arbeiten an der Ruine berichtet der Verein auf seiner Homepage. Dort kann man auch Mitglied werden:

hvv-seeheim.de

Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin
Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin
Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin
Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin
Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin
Ruine Tannenberg. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin

Klosterruine Jumièges in der Normandie

Wer als Ruinen-Liebhaber die Normandie besucht, für den ist die Klosterruine Jumièges nahe Rouen ein Muss. Der Schriftsteller Victor Hugo soll sie sogar als „schönste Ruine Frankreichs“ bezeichnet haben, wie aus einigen Quellen im Internet hervorgeht.

Recht hat er. Die ehemalige Benediktinerabtei ist auch als Ruine noch eine Schönheit. Besonders eindrucksvoll sind die Reste der großen, etwa 1000 Jahre alten Abteikirche Notre Dame mit ihren beiden gut 50 Meter hohen, gut erhaltenen, romanisch wirkenden Türmen. Das gewaltige Kirchenschiff ist hingegen klar gotisch geprägt: schlank, sehr hoch, imposant. Die Mauern des Mittelschiffs sind noch recht gut erhalten, der Blick nach oben reicht hingegen direkt in den Himmel – mythisches Ambiente inklusive.

Die Klosterruine inklusive großem Park ist eine echte Empfehlung, Parkplätze stehen direkt im Ort kostenlos zur Verfügung. Das Kassenpersonal spricht sogar deutsch. Informationen zur Anlage auf englisch finden sich auf der offiziellen Seite:

abbayedejumieges.fr/en/home-2

Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Klosterruine Jumièges. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin

Veste Otzberg im Odenwald

Schon von Weitem sieht man den Hügel der Veste Otzberg im eher flachen Odenwälder Land nahe Darmstadt. Auf den ersten Blick fällt aus der Nähe dann natürlich der weiße Burgturm auf, der unter Einheimischen etwas despektierlich „weiße Rübe“ genannt wird, noch vollkommen intakt ist und bestiegen werden kann – einen weiten Blick über den Odenwald inklusive – gerade bei Sonnenwetter ein Augenschmauß.

Genau genommen ist die Veste Otzberg ein Hybrid: neben dem Turm umfasst das Gelände auch zahlreiche nicht in Ruinen liegende Häuser neueren Datums, die unter anderem ein Museum beinhalten. In Ruinen liegt der ehemalige Kasernenteil, der einem beim Aufstieg zur Veste auch zuerst ins Auge fällt. Nicht versäumen sollte man einen Rundgang um die Veste, die von außen komplett umrundet werden kann. Sehr eindrucksvoll sind die gewaltigen und massigen, gut 10 Meter hohen Außenmauern, die man sonst nur von großen Festungen erwarten würde.

Weitere Informationen zur Veste und einen 360 Grad-Rundgang gibt es auf der offiziellen Seite zu sehen:

rolf-tilly.de/veste/index.htm

Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Oberreifenberg im Taunus

Manchmal fragt man sich ja schon, warum gerade an diesem und jenen Platz eine Burg steht. So geht es einem auch im Örtchen Reifenberg, das am Fuße des Großen Feldbergs im Taunus liegt. Über dem Ort thront die Ruine Oberreifenberg, die jeder Ruinenliebhaber gesehen haben sollte. Besonders beeindruckend ist der große, ehemalige Wohnturm, ein riesiges steinernes Rechteck, das so gar nicht in die Form passen will, wie man sich einen mittelalterlichen Turm vorstellt.

Durch einen Schlitz an der schmalen Seite betritt man den Turm und kann bis ganz nach oben schauen. Die Decken der Geschosse sind nicht mehr intakt, dadurch ergibt sich ein grandioser Blick auf die Struktur des Gebäudes. Das muss man gesehen haben, weit und breit gibt es keinen so wunderbaren Querschnittsblick in einen Turm. Bestiegen werden kann er über ein Treppenhaus.

Nebenan steht ein runder Turm, der wie ein ungleicher Bruder wirkt. Kuriosum hier: die Eingangsöffnung befindet sich mehrere Meter über dem Boden. Fragt man Einheimische, verraten die, dass bei Bedarf der Turm mit einer Leiter betreten werden kann.

Um den Erhalt der Ruine kümmert sich der Burgverein Reifenberg, der auf seiner Seite viele gute Informationen bereithält:

burgverein-reifenberg.de

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Das Innere des Wohnturms. Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Metternich an der Mosel

Richtig vermutet: die Ruine Metternich über Beilstein an der Mosel war einmal im Besitz jenes Fürsten von Metternich, der auf den bekannten Sektflaschen prangt. Heute ist die Burg Privateigentum der Familie Herzer, die im Ort auch ein Hotel betreibt. Der Senior-Besitzer sitzt übrigens bis heute im Kassenhäuschen am Zugang zur Ruine und begrüßt die Besucher. In ganzer Bescheidenheit macht er dies, man muss ihn schon ansprechen, damit er einem verrät, dass man gerade an den Burgherrn sein Eintrittsgeld entrichtet.

Das macht man ausgesprochen gerne, denn man merkt ihm an, dass er und seine Familie mit vollem Herzblut die Ruine erhalten. Man kann gar nicht dankbar genug dafür sein, dass die Ruine weiter zugänglich ist – im Gegensatz zu vielen Ruinen am Rhein, wo ganz offensichtlich Menschen mit zu viel Geld Burgen erwerben und sie dann der Öffentlichkeit vorenthalten.

Das Ruinenareal ist eindrucksvoll groß. Erhalten sind unter anderem weite Teile einer von Fenstern durchsetzten Fassade, die sich im oberen Bereich so abenteuerlich neigt, dass man hofft, dass auf die Statik noch einige Zeit Verlass ist. Vom Turm aus bietet sich ein toller Blick auf eine der zahlreichen Moselschleifen.

Ruinenfans sollten die Burg Metternich gesehen haben. Insbesondere auch, weil man dem Ruinengelände seine familiäre Aura anmerkt, und das ist absolut unterstützenswert. Weitere Informationen zur Burg gibt es auf der offiziellen Seite:

www.burg-metternich.de

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Alt-Windstein im Nord-Elsass

Beim Besuch der Ruine Alt-Windstein im äußersten Nordosten Frankreichs muss man erst mal aufpassen, dass einen nicht der Frust packt. Viel mehr als einen steil aufragenden Felsen, an dem sich besonders im Sommer Kletterer auf- und abseilen, gibt es nämlich zunächst nicht zu sehen.

Um überhaupt mehr von der Burg mitzubekommen, muss man dann selbst ein bisschen kraxeln: kleine, in den Fels gehauene Stufen empor. Schnell wird klar: die Ruine will erkundet werden, denn viel ist nicht mehr übrig. Erhalten sind insbesondere einzelne Felskammern, Treppenanlagen, Mauerreste und ein Brunnen. Auf dem Weg durch die Burg geht es teils recht steil auf und ab, einzelne Stellen sind nicht abgesichert und etwas gefährlich.

Unattraktiv ist die Ruine aber auf keinen Fall. Die Vielzahl der Wege macht deutlich, dass Alt-Windstein einmal weit verzweigt war. Wenige hundert Meter entfernt liegt übrigens die Ruine Neu-Windstein, die deutlich besser erhalten ist und die wir bereits hier im Ruinenblog vorgestellt haben (wenige Beiträge weiter unten).

Einen guten Eindruck von Alt-Windstein, französisch Vieux-Windstein, gibt dieses Video:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Seisenburg in Oberösterreich

Es ist kaum zu glauben, aber die Seisenburg über Pettenbach nahe Gmunden in Oberösterreich war vor noch nicht einmal hundert Jahren vollkommen intakt und sogar noch fast bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt.

Doch nachdem die letzten Eigentümer das Gebäude verließen, begann ab 1944 mit dem Einsturz des Turms der Verfall. Im Internet finden sich noch zahlreiche Ansichten des Gebäudes aus dem 20. Jahrhundert, auch von innen. Einen guten Hintergrundtext zum Thema mit Fotos gibt es hier:

burgenseite.com/…known/seisenburg_txt.htm

Genau genommen ist der Name Burg übrigens irreführend, denn die im 17. Jahrhundert erbaute Seisenburg war ein Renaissanceschloss, der Vorgängerbau eine Burg. Auf der Seite der Gemeinde Pettenbach finden sich weitere Informationen zum Gebäude, auch  zum Museum im Ort, das ein Modell der Seisenburg zeigt:

pettenbach.at/Seisenburg_3

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

 

Foto: Simon Colin

Ruine Hirschhorn am Neckar

Sie zählt zu den Burgen, die so verwachsen scheinen mit dem Örtchen, über dem sie thronen, dass sie das gesamte Stadtbild dominieren: die Burg Hirschhorn liegt weit ausladend auf einem Hang über der kleinen Stadt Hirschhorn nahe Heidelberg auf der hessischen Neckarseite und reicht mit ihren vielen Bauwerken praktisch bis in den Ort hinein.

Die Burg ist terrassenförmig angelegt und teilweise Ruine. Gut erhalten ist der bemerkenswert schlanke Turm, der bis ganz nach oben bestiegen werden kann. Direkt nebenan befindet sich ein Hotel, das sich „Schlosshotel“ nennt. Das liegt daran, dass das Bauwerk Schloss und Burg zugleich ist: die mittelalterlichen Teile gehören zur Burganlage, im 16. Jahrhundert kam ein Schlossbereich dazu, in dem sich heute das Hotel befindet.

Vom Hotel aus geht es über unzählige Treppen und Windungen bergab Richtung Tal und vorbei an zahlreichen zur Burganlage zählenden Gebäuden, die teilweise in Ruinen liegen. Wer diesen Weg konsequent beschreitet, landet irgendwann unten im Ort.

Ein Video mit guten Aufnahmen auch zur Burg findet sich hier:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Neu-Windstein im Nord-Elsass

Windstein ist ein noch nicht einmal 200 Seelen zählendes Örtchen im französischen Nord-Elsass. Zwei Attraktionen kann das Dorf aufweisen: Ruine Alt-Windstein, von der äußerlich auf den ersten Blick nicht mehr viel übrig ist und deren Felshang heute ein beliebtes Ziel für Kletterer ist. Und Ruine Neu-Windstein, oder auch Chateau Nouveau Windstein, die gut einen halben Kilometer entfernt auf einem Hügel liegt.

Von ihr ist umso mehr erhalten, insbesondere ein riesiger Wohnturm mit schicken gotischen Fensterbögen. Über eine Stahltreppe kommt man ins Innere und kann dort über eine weitere Stahltreppe das obere Geschoss besteigen, sich auf gut erhaltene steinerne Fensterbänke setzen und den Blick über die Landschaft schweifen lassen. Neben weiteren massiven Mauerresten ebenfalls erhalten ist ein kleines, unter dem Wohnturm liegendes Gewölbe.

Einen guten Eindruck von der Ruine gibt dieses kurze Video von Jean-Marc Halbwachs:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin