Veste Otzberg. Foto: Simon Colin

Veste Otzberg im Odenwald

Schon von Weitem sieht man den Hügel der Veste Otzberg im eher flachen Odenwälder Land nahe Darmstadt. Auf den ersten Blick fällt aus der Nähe dann natürlich der weiße Burgturm auf, der unter Einheimischen etwas despektierlich „weiße Rübe“ genannt wird, noch vollkommen intakt ist und bestiegen werden kann – einen weiten Blick über den Odenwald inklusive – gerade bei Sonnenwetter ein Augenschmauß.

Genau genommen ist die Veste Otzberg ein Hybrid: neben dem Turm umfasst das Gelände auch zahlreiche nicht in Ruinen liegende Häuser neueren Datums, die unter anderem ein Museum beinhalten. In Ruinen liegt der ehemalige Kasernenteil, der einem beim Aufstieg zur Veste auch zuerst ins Auge fällt. Nicht versäumen sollte man einen Rundgang um die Veste, die von außen komplett umrundet werden kann. Sehr eindrucksvoll sind die gewaltigen und massigen, gut 10 Meter hohen Außenmauern, die man sonst nur von großen Festungen erwarten würde.

Weitere Informationen zur Veste und einen 360 Grad-Rundgang gibt es auf der offiziellen Seite zu sehen:

rolf-tilly.de/veste/index.htm

Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
Veste Otzberg. Foto: Simon Colin
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Foto: Simon Colin

Ruine Oberreifenberg im Taunus

Manchmal fragt man sich ja schon, warum gerade an diesem und jenen Platz eine Burg steht. So geht es einem auch im Örtchen Reifenberg, das am Fuße des Großen Feldbergs im Taunus liegt. Über dem Ort thront die Ruine Oberreifenberg, die jeder Ruinenliebhaber gesehen haben sollte. Besonders beeindruckend ist der große, ehemalige Wohnturm, ein riesiges steinernes Rechteck, das so gar nicht in die Form passen will, wie man sich einen mittelalterlichen Turm vorstellt.

Durch einen Schlitz an der schmalen Seite betritt man den Turm und kann bis ganz nach oben schauen. Die Decken der Geschosse sind nicht mehr intakt, dadurch ergibt sich ein grandioser Blick auf die Struktur des Gebäudes. Das muss man gesehen haben, weit und breit gibt es keinen so wunderbaren Querschnittsblick in einen Turm. Bestiegen werden kann er über ein Treppenhaus.

Nebenan steht ein runder Turm, der wie ein ungleicher Bruder wirkt. Kuriosum hier: die Eingangsöffnung befindet sich mehrere Meter über dem Boden. Fragt man Einheimische, verraten die, dass bei Bedarf der Turm mit einer Leiter betreten werden kann.

Um den Erhalt der Ruine kümmert sich der Burgverein Reifenberg, der auf seiner Seite viele gute Informationen bereithält:

burgverein-reifenberg.de

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Das Innere des Wohnturms. Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Metternich an der Mosel

Richtig vermutet: die Ruine Metternich über Beilstein an der Mosel war einmal im Besitz jenes Fürsten von Metternich, der auf den bekannten Sektflaschen prangt. Heute ist die Burg Privateigentum der Familie Herzer, die im Ort auch ein Hotel betreibt. Der Senior-Besitzer sitzt übrigens bis heute im Kassenhäuschen am Zugang zur Ruine und begrüßt die Besucher. In ganzer Bescheidenheit macht er dies, man muss ihn schon ansprechen, damit er einem verrät, dass man gerade an den Burgherrn sein Eintrittsgeld entrichtet.

Das macht man ausgesprochen gerne, denn man merkt ihm an, dass er und seine Familie mit vollem Herzblut die Ruine erhalten. Man kann gar nicht dankbar genug dafür sein, dass die Ruine weiter zugänglich ist – im Gegensatz zu vielen Ruinen am Rhein, wo ganz offensichtlich Menschen mit zu viel Geld Burgen erwerben und sie dann der Öffentlichkeit vorenthalten.

Das Ruinenareal ist eindrucksvoll groß. Erhalten sind unter anderem weite Teile einer von Fenstern durchsetzten Fassade, die sich im oberen Bereich so abenteuerlich neigt, dass man hofft, dass auf die Statik noch einige Zeit Verlass ist. Vom Turm aus bietet sich ein toller Blick auf eine der zahlreichen Moselschleifen.

Ruinenfans sollten die Burg Metternich gesehen haben. Insbesondere auch, weil man dem Ruinengelände seine familiäre Aura anmerkt, und das ist absolut unterstützenswert. Weitere Informationen zur Burg gibt es auf der offiziellen Seite:

www.burg-metternich.de

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Alt-Windstein im Nord-Elsass

Beim Besuch der Ruine Alt-Windstein im äußersten Nordosten Frankreichs muss man erst mal aufpassen, dass einen nicht der Frust packt. Viel mehr als einen steil aufragenden Felsen, an dem sich besonders im Sommer Kletterer auf- und abseilen, gibt es nämlich zunächst nicht zu sehen.

Um überhaupt mehr von der Burg mitzubekommen, muss man dann selbst ein bisschen kraxeln: kleine, in den Fels gehauene Stufen empor. Schnell wird klar: die Ruine will erkundet werden, denn viel ist nicht mehr übrig. Erhalten sind insbesondere einzelne Felskammern, Treppenanlagen, Mauerreste und ein Brunnen. Auf dem Weg durch die Burg geht es teils recht steil auf und ab, einzelne Stellen sind nicht abgesichert und etwas gefährlich.

Unattraktiv ist die Ruine aber auf keinen Fall. Die Vielzahl der Wege macht deutlich, dass Alt-Windstein einmal weit verzweigt war. Wenige hundert Meter entfernt liegt übrigens die Ruine Neu-Windstein, die deutlich besser erhalten ist und die wir bereits hier im Ruinenblog vorgestellt haben (wenige Beiträge weiter unten).

Einen guten Eindruck von Alt-Windstein, französisch Vieux-Windstein, gibt dieses Video:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Seisenburg in Oberösterreich

Es ist kaum zu glauben, aber die Seisenburg über Pettenbach nahe Gmunden in Oberösterreich war vor noch nicht einmal hundert Jahren vollkommen intakt und sogar noch fast bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnt.

Doch nachdem die letzten Eigentümer das Gebäude verließen, begann ab 1944 mit dem Einsturz des Turms der Verfall. Im Internet finden sich noch zahlreiche Ansichten des Gebäudes aus dem 20. Jahrhundert, auch von innen. Einen guten Hintergrundtext zum Thema mit Fotos gibt es hier:

burgenseite.com/…known/seisenburg_txt.htm

Genau genommen ist der Name Burg übrigens irreführend, denn die im 17. Jahrhundert erbaute Seisenburg war ein Renaissanceschloss, der Vorgängerbau eine Burg. Auf der Seite der Gemeinde Pettenbach finden sich weitere Informationen zum Gebäude, auch  zum Museum im Ort, das ein Modell der Seisenburg zeigt:

pettenbach.at/Seisenburg_3

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

 

Foto: Simon Colin

Ruine Hirschhorn am Neckar

Sie zählt zu den Burgen, die so verwachsen scheinen mit dem Örtchen, über dem sie thronen, dass sie das gesamte Stadtbild dominieren: die Burg Hirschhorn liegt weit ausladend auf einem Hang über der kleinen Stadt Hirschhorn nahe Heidelberg auf der hessischen Neckarseite und reicht mit ihren vielen Bauwerken praktisch bis in den Ort hinein.

Die Burg ist terrassenförmig angelegt und teilweise Ruine. Gut erhalten ist der bemerkenswert schlanke Turm, der bis ganz nach oben bestiegen werden kann. Direkt nebenan befindet sich ein Hotel, das sich „Schlosshotel“ nennt. Das liegt daran, dass das Bauwerk Schloss und Burg zugleich ist: die mittelalterlichen Teile gehören zur Burganlage, im 16. Jahrhundert kam ein Schlossbereich dazu, in dem sich heute das Hotel befindet.

Vom Hotel aus geht es über unzählige Treppen und Windungen bergab Richtung Tal und vorbei an zahlreichen zur Burganlage zählenden Gebäuden, die teilweise in Ruinen liegen. Wer diesen Weg konsequent beschreitet, landet irgendwann unten im Ort.

Ein Video mit guten Aufnahmen auch zur Burg findet sich hier:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Neu-Windstein im Nord-Elsass

Windstein ist ein noch nicht einmal 200 Seelen zählendes Örtchen im französischen Nord-Elsass. Zwei Attraktionen kann das Dorf aufweisen: Ruine Alt-Windstein, von der äußerlich auf den ersten Blick nicht mehr viel übrig ist und deren Felshang heute ein beliebtes Ziel für Kletterer ist. Und Ruine Neu-Windstein, oder auch Chateau Nouveau Windstein, die gut einen halben Kilometer entfernt auf einem Hügel liegt.

Von ihr ist umso mehr erhalten, insbesondere ein riesiger Wohnturm mit schicken gotischen Fensterbögen. Über eine Stahltreppe kommt man ins Innere und kann dort über eine weitere Stahltreppe das obere Geschoss besteigen, sich auf gut erhaltene steinerne Fensterbänke setzen und den Blick über die Landschaft schweifen lassen. Neben weiteren massiven Mauerresten ebenfalls erhalten ist ein kleines, unter dem Wohnturm liegendes Gewölbe.

Einen guten Eindruck von der Ruine gibt dieses kurze Video von Jean-Marc Halbwachs:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Dahner Burgentrio mit Ruine Altdahn

Im Juli hatten wir hier im Blog die Ruine Neudahn vorgestellt, siehe unten. Etwas weiter südöstlich, ebenfalls nahe des Orts Dahn im Dahner Felsenland, liegt die Ruine Altdahn. Sie ist gar nicht viel älter und stammt ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Das Besondere an ihr: sie gehört zum so genannten Dahner Burgentrio, das sich auf fünf Buntsandsteinfelsen auf einer Länge von 200 Metern erstreckt.

Die Burgen gehen direkt ineinander über, wobei die Ruine Altdahn die größte und am besten erhalten ist. Trotz ihres Namens ist sie allerdings nicht die älteste: das ist die Ruine Tanstein aus dem frühen 12. Jahrhundert. Zwischen diesen beiden Burgen liegt die Ruine Grafendahn.

Ein Besuch des Burgentrios lohnt definitiv, ein Highlight ist ein enger Turm, der ausschließlich über eine ziemlich steile Leiter bestiegen werden kann. Die Drei-Burgen-Anlage gilt als größte Burganlage der Pfalz.

Es ist recht schwierig, die drei Burgen auseinanderzuhalten, da sie eng beieinander liegen. In diesem Drohnenvideo zeigt sich ein guter Blick von oben:

youtube.com/watch

Blick auf Ruine Altdahn. Foto: Simon Colin
Blick auf Ruine Altdahn. Foto: Simon Colin
Ruine Altdahn. Foto: Simon Colin
Ruine Altdahn. Foto: Simon Colin
Blick von Ruine Tanstein auf Ruine Grafendahn und ganz hinten Ruine Altdahn. Foto: Simon Colin
Blick von Ruine Tanstein auf Ruine Grafendahn und ganz hinten Ruine Altdahn. Foto: Simon Colin
Ruine Grafendahn. Foto: Simon Colin
Ruine Grafendahn. Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine Nippenburg bei Ludwigsburg

Der Weg zur Ruine Nippenburg nahe der Ortschaft Schwieberdingen bei Ludwigsburg führt über einen längeren Feldweg zunächst zum Herrenhaus Schloss Nippenburg, wo man auch parken kann. Das Herrenhaus und die unmittelbar nebenan gelegene Ruine gehören bis heute dem schwäbischen Adelsgeschlecht Leutrum von Ertringen, deren Vorfahren die Nippenburg gebaut haben.

Einzelne imposante Überreste lassen ahnen, wie massig die Nippenburg einmal gewirkt haben muss. Davon zeugen unter anderem ein imposantes Tor mit Rundbogen, Reste der Außenmauern und eine Brücke, die über den Burggraben führt.

Auf der Seite der Gemeinde Schwieberdingen ist ein Abbildung der Burg im 16. Jahrhundert zu sehen sowie Fotos von der aufwändigen Restaurierung in den 80er Jahren:

http://www.schwieberdingen.de/,Lde/start/fuer+buerger/Nippenburg.html

Auf You tube hat Johannes Schweiger seinen Rundgang durch die Ruine gefilmt, der einen guten Eindruck gibt:

youtube.com/watch

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin

Ruine der Franziskaner-Klosterkirche in Berlin

Nicht nur die weltberühmte Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist im 2. Weltkrieg schwer beschädigt worden, auch die Franziskaner-Klosterkirche nahe des Fernsehturms. Nur wenige Wochen vor Ende des Kriegs wurde sie von einer Luftmine zerstört.

Besonders von der Besucherplattform des Fernsehturms aus fällt sie ins Auge, hebt sie sich doch recht deutlich vom übrigen Stadtbild ab, auch wenn heute praktisch nur noch die Außenmauern stehen. Genutzt wird die Klosterkirche unter anderem für Kulturveranstaltungen und bietet hierfür ein stimmungsvolles Ambiente.

Verwaltet wird die Ruine seit 2016 vom Bezirksamt Mitte, zuvor viele Jahre vom Förderverein Klosterruine, der sich aber noch immer für die Klosterkirche engagiert. Informationen unter anderem zu deren Geschichte finden sich auf der Webseite des Fördervereins:

klosterruine-berlin.de

Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin
Foto: Simon Colin